HerkulesAufgaben - Flipbook - Page 12
Dürfen wir uns fragen, wie ein global synchronisiertes Vorgehen aussehen könnte, um gegen
Standortwettbewerb und Abwanderung von Unternehmen vorzubeugen, die den Nationen letztlich das
Steuersubstrat sind. Es geht also schlicht um eine globale Gleichberechtigung unter den Nationen.
Sie treffen den absolut kritischen Punkt: In einer hyperglobalisierten Welt ist Steuersubstrat flüchtig.
Wenn Deutschland oder die Schweiz im Alleingang eine >Robotersteuer< einführen, wandern die
Tech-Giganten und autonomen Fabriken dorthin ab, wo Daten und Maschinen billig sind.
Ein global synchronisiertes Vorgehen erfordert keine weltweite sozialistische Planwirtschaft, sondern
eine Weiterentwicklung bereits existierender, kapitalistischer Kontrollmechanismen. Ökonomen und
internationale Institutionen (wie die OECD und der IWF) diskutieren dafür eine globale Architektur,
die auf drei Säulen ruht:
1. Das Fundament: Ausbau der OECD-Mindeststeuer (Pillar 1 & Pillar 2)
Wir müssen das Rad nicht komplett neu erfinden. Die OECD/G20-Mindeststeuer, die seit 2024
schrittweise in Kraft getreten ist und Grosskonzerne mit mindestens 15 % besteuert, liefert die
Blaupause.
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Globale Roboter-Mindeststeuer: Das System wird um eine KI- und
Automatisierungskomponente erweitert. Es wird ein globaler Mindestsatz auf die Gewinne
hochautomatisierter Unternehmen definiert.
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Die Sanktion (Unterbesteuerungs-Regel): Verlegt ein Tech-Konzern seinen KI-Server oder
seine autonome Fabrik in eine Steueroase (z. B. auf eine Karibikinsel) und zahlt dort 0 %
Steuern, darf die Schweiz oder Deutschland eine Strafsteuer (Top-up Tax) auf die dort
verkauften Dienstleistungen erheben. Damit verliert die Abwanderung ihren finanziellen Sinn.
2. Besteuerung am "Ort des Konsums" statt am "Ort der Produktion"
Bisher versteuern Unternehmen ihre Gewinne dort, wo sie ihren Hauptsitz haben oder wo die
Technologie entwickelt wird (oft im Silicon Valley oder in Irland). In einer vollautomatisierten Welt
funktioniert das nicht mehr.
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Das Modell: Die Steuerpflicht wird radikal an den Marktort gekoppelt. Wenn eine autonome
KI-Software in der Schweiz oder in Deutschland Gewinne erwirtschaftet (weil dortige
Spitäler, Banken oder Bürger die Software nutzen), muss die Wertschöpfung dort versteuert
werden 3 völlig egal, wo der Programmierer sitzt oder auf welchem Server in Island die KI
läuft.
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Da Grosskonzerne auf die zahlungskräftigen Märkte in Europa und Nordamerika nicht
verzichten können, können sie diesen Steuern nicht durch Abwanderung entkommen.
3. Ein "Globaler KI- und Roboter-Fonds" (Finanzielle Gleichberechtigung der Nationen)
Die grösste geopolitische Gefahr ist die Spaltung der Welt: Westliche Tech-Konzerne besitzen die KI,
während Entwicklungsländer komplett abgehängt werden, weil ihre billige menschliche Arbeitskraft
wertlos wird.
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Das Modell: Analog zum globalen Klimafonds (Green Climate Fund) wird ein internationaler
Technologie-Ausgleichsfonds geschaffen. Die global erhobenen KI-Mindeststeuern fliessen
teilweise in diesen Topf.
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Die Verteilung: Aus diesem Fonds erhalten alle Nationen 3 basierend auf ihrer
Bevölkerungsgrösse 3 Ausgleichszahlungen, um ein nationales Grundeinkommen oder
Umschulungsprogramme zu finanzieren. Dies sichert die globale Stabilität und verhindert
massive Migrationsbewegungen, die durch den technologischen Kollaps von
Schwellenländern entstehen würden.