HerkulesAufgaben - Flipbook - Page 20
Bedenken 2
Wenn das Geld schwindet
Wie stark entwickelt sich die Armut in der Schweiz und in Deutschland?
Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland nimmt die Armut stark zu: Die Zahlen steigen und
haben in jüngerer Vergangenheit historische Höchststände erreicht. Haupttreiber in beiden Ländern
sind die anhaltenden Reallohnverluste der vergangenen Krisenjahre, die Inflation sowie die rasant
steigenden Wohn- und Lebenshaltungskosten.
Die statistischen Ämter 3 das Bundesamt für Statistik (BFS) in der Schweiz und das Statistische
Bundesamt (Destatis) in Deutschland 3 unterscheiden methodisch zwischen absoluter
Einkommensarmut (Einkommen reicht nicht für das Existenzminimum) und relativer
Armutsgefährdung (Einkommen liegt deutlich unter dem gesellschaftlichen Durchschnitt).
Die Entwicklung in der Schweiz
Die Schweiz gilt als eines der reichsten Länder der Welt, verzeichnet jedoch seit Jahren eine
schleichende Zunahme der Armut. Der erste Bericht des nationalen Armutsmonitorings des Bundesrats
stellte fest, dass die Armutsreduktionsziele bisher verfehlt wurden.
Absolute Einkommensarmut: Betrifft laut BFS-Erhebung rund 8,4 % der ständigen
Wohnbevölkerung (ca. 743'000 Personen). Seit 2014 (damals 6,7 %) zeigt der Trend kontinuierlich
nach oben.
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Armutsgefährdung: Rund 16,1 % der Schweizer Bevölkerung gelten als armutsgefährdet
(rund 1,44 Millionen Menschen).
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Besonderheit (Vermögen): In der Schweiz federt Vermögen oft das Armutsrisiko im Alter ab.
Berücksichtigt man finanzielle Reserven, sinkt die tatsächliche Armutsquote auf etwa 5,3 %.
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Risikogruppen: Alleinerziehende, Personen ohne nachobligatorische Ausbildung,
kinderreiche Familien und Migranten aus Drittstaaten. Zudem sind über 133'000 Kinder von
Armut betroffen.
Die Entwicklung in Deutschland
In Deutschland ist die Situation akuter. Laut aktuellen Berichten von Destatis und dem Paritätischen
Gesamtverband hat die relative Einkommensarmut einen historischen Höchststand erreicht.]
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Armutsgefährdungsquote: Liegt aktuell bei 16,1 %. Das entspricht rund 13,3 Millionen
Menschen in Deutschland, die als einkommensarm gelten. Von 2024 auf 2025 kletterte die
Quote erneut um 0,6 Prozentpunkte.
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Erweiterte Armutsdefinition (EU-SILC): Betrachtet man das EU-Konzept von >Armut oder
sozialer Ausgrenzung< (welches neben Einkommen auch erhebliche materielle Entbehrungen
einbezieht), sind sogar 21,2 % der Bevölkerung betroffen (17,6 Millionen Menschen).
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Regionale Schere: Es gibt ein massives geografisches Gefälle. Während das Armutsrisiko in
Bayern mit 12,6 % am niedrigsten ist, leben im Bundesland Bremen bereits 27,5 % der
Menschen in Armut.