HerkulesAufgaben - Flipbook - Page 22
2. Indikatoren für körperliche (somatische) Morbidität
Geldknappheit schlägt sich direkt in messbaren physischen Krankheitsdaten nieder, da finanzielle
Ressourcen den Zugang zu gesunder Lebensführung bestimmen.
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Chronische Krankheiten: Menschen mit geringem sozioökonomischem Status haben ein
signifikant höheres Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Typ-2-Diabetes und Adipositas.
Nach Daten des Informationsportals prevention.ch (BAG) kommt beispielsweise Übergewicht
bei Kindern in der niedrigsten Einkommensgruppe in Europa bis zu dreimal häufiger vor als in
der höchsten. Gesunde, frische Lebensmittel sind teurer und werden bei knappem Budget als
Erstes wegrationalisiert.
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Verringerte Lebenserwartung: Der härteste Indikator: In Deutschland und der Schweiz
sterben Männer aus der niedrigsten Einkommensgruppe im Schnitt bis zu 10 Jahre früher als
Männer aus der höchsten Einkommensgruppe. Bei Frauen liegt die Differenz bei etwa 4 bis 5
Jahren.
3. Indikator >Financial Toxicity< (Medizinischer Verzicht)
Wenn Geld knapp wird, sparen Menschen an ihrer medizinischen Versorgung, was die Resilienz des
Einzelnen gegenüber Krankheitsverläufen schwächt.
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Therapie-Nicht-Compliance: Aus Studien zum Phänomen der sogenannten Financial
Toxicity geht hervor, dass Betroffene bei Geldnot den Gang zum Arzt hinauszögern, Rezepte
nicht einlösen oder notwendige Medikamente (wie Insulin oder Blutdrucksenker)
eigenmächtig rationieren, um Kosten zu sparen.
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Schwellenängste im Schweizer System: Da das Schweizer Gesundheitssystem über hohe
Franchisen und Selbstbehalte stark auf Eigenverantwortung und Selbstzahlung setzt,
verzichten einkommensschwache Schichten nachweislich häufiger auf medizinische und
insbesondere zahnmedizinische Behandlungen.
4. Indikatoren für den Verfall gesellschaftlicher Resilienz
Resilienz meint nicht nur das Individuum, sondern auch die Fähigkeit einer Gesellschaft, Krisen
gemeinsam abzufedern (sozialer Zusammenhalt).
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Erosion des Sozialkapitals: Geldsorgen führen laut Erhebungen (u.a. der Stadt Zürich) zu
vermehrtem Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben. Die Teilnahme an Kultur, Vereinen
oder Gastronomie wird unbezahlbar. Das Vertrauen in Mitmenschen und staatliche
Institutionen sinkt, was die gesellschaftliche Fragmentierung beschleunigt.
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Nachteilskumulation bei Kindern: Wachsen Kinder in Armut auf, korreliert dies messbar
mit schlechteren kognitiven Entwicklungen und geringerer Bildungsresilienz. Der Mangel an
finanziellen Ressourcen im Elternhaus verfestigt gesundheitliche und soziale Nachteile über
Generationen hinweg.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Daten der Sozialmedizin zeigen unmissverständlich, dass
Geldmangel direkt die biologische, psychische und soziale Widerstandskraft minimiert. Jede
statistische Zunahme von Armut und anhaltender Teuerung schlägt sich zeitversetzt in einer Zunahme
von Krankheitsfällen und einer sinkenden Krisenresistenz der Gesamtbevölkerung nieder.
Wie wirkt sich die Teuerung bei den Krankenkassenprämien konkret auf Schweizer Haushalte aus?
Die kontinuierliche Teuerung bei den Krankenkassenprämien 3 für das Jahr 2026 stieg die mittlere
Prämie erneut um 4,4 Prozent auf durchschnittlich 393.30 Franken pro Monat 3 gehört laut
Bundesamt für Gesundheit (BAG) konstant zu den grössten Sorgen der Schweizer Bevölkerung. Da