HerkulesAufgaben - Flipbook - Page 27
1. Das quantitative Ausmass: Wenn Krankheitskosten das Wachstum überholen
Die kumulierten wirtschaftlichen Schäden durch psychische Erkrankungen und körperliche BurnoutFolgen sind in den Volkswirtschaften längst keine Randnotiz mehr:
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Produktionsverluste übertreffen Behandlungskosten: Laut dem Schweizerischen
Gesundheitsobservatorium (Obsan) verursachen allein psychische Erkrankungen in der
Schweiz jährliche Behandlungskosten von rund 9,5 Milliarden Franken. Weitaus
gravierender für die Wirtschaft sind jedoch die indirekten Kosten 3 also Produktionsausfälle
durch Absenzen (Absentismus) oder verringerte Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz
(Präsentismus). Diese schlagen laut Nationalem Gesundheitsbericht mit über 12,7 Milliarden
Franken zu Buche.
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Die 5%-BIP-Warnung: Eine internationale Makro-Studie der Zurich Insurance Group
prognostiziert, dass bei anhaltender Vernachlässigung der mentalen Gesundheit der
arbeitenden Bevölkerung die Produktivitätsverluste in westlichen Ländern bis 2030 bis zu 5
% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auffressen könnten.]
2. Das qualitative Kipp-Szenario: Der dominoeffekt
Der theoretische Kipp-Punkt ist dann erreicht, wenn ein selbsterhaltender Teufelskreis in Gang
kommt, den der Staat nicht mehr mit Gegenmassnahmen auffangen kann. Dieser Dominoeffekt
verläuft in vier Stufen:]
[1. Geldnot & Schulden]
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[2. Erhöhter chronischer Stress / Verzicht auf Medizin]
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[3. Psychischer & physischer Ausfall am Arbeitsplatz]
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[4. Fachkräftemangel & steigende Lohnnebenkosten für Unternehmen]
1. Die Belastung der Mittelschicht: Steigende Lebenskosten und Schulden erzeugen
chronischen Stress. Um zu sparen, verzichten Arbeitnehmende auf Prävention oder
medizinische Behandlungen.
2. Die Überlastung der Gesunden: Durch den Anstieg der Krankschreibungen muss die
verbleibende Belegschaft die Arbeit der Ausgefallenen auffangen. Die Arbeitsverdichtung
steigt, was die nächste Welle an Burnouts bei den bisher >Gesunden< triggert.
3. Die Kostenexplosion im Sozialstaat: Die Kosten für Krankenkassen, Lohnfortzahlungen und
Invalidenversicherungen (IV) explodieren. Der Staat muss Abgaben und Prämien weiter
erhöhen, was die Geldnot der arbeitenden Bevölkerung verschärft 3 der Kreis schliesst sich.
4. Der Verlust der Standortattraktivität: Wenn die Lohnnebenkosten zu hoch und die
Erwerbsbevölkerung zu krank und unproduktiv wird, wandert Kapital ab. Die wirtschaftliche
Substanz schrumpft.
3. Warum das System noch nicht kollabiert ist
Dass Volkswirtschaften wie die Schweiz trotz der alarmierenden Zahlen (laut CSS-Gesundheitsstudie
fühlen sich über 34 % der Schweizer nicht mehr vollständig gesund) nicht schlagartig einbrechen,
liegt an zwei Puffern:
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Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): Immer mehr Unternehmen investieren
massiv in die Resilienz ihrer Mitarbeiter, da Studien einen Return on Investment (ROI) von