HerkulesAufgaben - Flipbook - Page 29
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Einheitskrankenkasse / Einkommensabhängige Prämien: Linke Parteien fordern in der
Schweiz periodisch die Abschaffung der Kopfprämie zugunsten einer Krankenkasse, deren
Beiträge (wie bei der AHV) prozentual vom Lohn abgezogen werden. Das würde die
Mittelschicht massiv entlasten.
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Kostendeckelung und Effizienzsteigerung: Initiativen zur Senkung von
Medikamentenpreisen (z. B. durch die Förderung von Generika), die Einschränkung von
Fehlanreizen bei Spitalbauten und die Einführung von Pauschalen für ambulante
Behandlungen (EFAS-Reform).
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Wie realistisch ist das?
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Sehr gering (Einheitskasse): Das Schweizer Stimmvolk hat die
Einheitskrankenkasse in der Vergangenheit mehrfach deutlich abgelehnt. Die Lobby
der Krankenversicherer und der Pharmaindustrie im Parlament gilt als extrem
einflussreich.
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Moderat (Effizienzreformen): Technische Reformen (wie EFAS) kommen extrem
langsam voran, da sich Kantone, Versicherer und Ärzteverbände in jahrelangen
Blockaden neutralisieren. Zudem schränkt die finanzielle Lage des Bundesamtes für
Gesundheit (BAG), das aufgrund von Sparvorgaben ab 2027 jährlich 7,7 Millionen
Franken einsparen und Stellen abbauen muss, die staatliche Handlungsfähigkeit bei
grossen Reformprojekten spürbar ein.
Strategie 3: Ausbau der betrieblichen und präventiven Resilienz (Prävention)
Dieser Ansatz setzt am Arbeitsplatz an, um zu verhindern, dass Menschen überhaupt erst
krankheitsbedingt ausfallen.
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Gesetzliche Verpflichtung zu BGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement): Politische
Vorstösse fordern, dass Unternehmen ab einer bestimmten Grösse psychosoziale Risiken
(Dauererreichbarkeit, Überlastung) strukturell erfassen und minimieren müssen.
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Anerkennung von Burnout als Berufskrankheit: Dies würde die Beweislast umkehren.
Nicht der Arbeitnehmer müsste beweisen, dass die Arbeit ihn krank gemacht hat, sondern die
Unfallversicherungen müssten die Behandlung und den Lohnausfall vollumfänglich decken.
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Wie realistisch ist das?
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Wirtschaftlich realistisch, politisch zäh: Viele Schweizer Unternehmen führen
BGM heute schon freiwillig ein, weil sie merken, dass gesunde Mitarbeiter rentabler
sind. Eine gesetzliche Pflicht oder die Anerkennung von Burnout als Berufskrankheit
wird von Arbeitgeberverbänden jedoch vehement bekämpft, da sie explodierende
Kosten für die Wirtschaft und eine Klagewelle befürchten.
Realistisches Fazit
Der grosse, systemische Wurf zur vollständigen Durchbrechung des Kreislaufs ist politisch
unrealistisch, da die Fronten zwischen dem linken Lager (Forderung nach mehr staatlicher
Umverteilung und Subventionen) und dem bürgerlichen Lager (Forderung nach Eigenverantwortung
und Kosteneinsparungen im System) komplett verhärtet sind.