HerkulesAufgaben - Flipbook - Page 6
3. Der Einfluss auf die junge Generation (Gen Y & Gen Z)
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind die Hauptträger des Wertewandels. Ihre Prioritäten
verschieben sich grundlegend:
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Sinnhaftigkeit über Status: Der klassische Karrierepfad (viele Überstunden für Status und
ein hohes Gehalt) verliert an Attraktivität. Gefragt sind sinnstiftende Arbeit (Purpose),
flexible Arbeitszeitmodelle (Vier-Tage-Woche, Homeoffice) und mentale Gesundheit.
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Arbeitnehmermarkt als Machtfaktor: Aufgrund des akuten Fachkräftemangels wissen
junge Gutausgebildete um ihren Marktwert. Sie stellen klare Forderungen an Arbeitgebende.
Unternehmen, die sich nicht anpassen (z. B. durch starre Präsenzkultur), verlieren den Kampf
um Talente (War for Talents).
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Zukunftsängste und Krisenmodus: Die junge Generation wächst in einer permanenten
Polykrise auf (Klimawandel, geopolitische Spannungen, Teuerung, Wohnungsnot in
Ballungsräumen). Dies führt trotz postmaterieller Werte zu einem ausgeprägten Bedürfnis
nach psychologischer und finanzieller Sicherheit. Das Vertrauen, dass es ihnen einmal
wirtschaftlich besser gehen wird als ihren Eltern, ist spürbar gesunken.
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Digitale Sozialisation: Kommunikation, politischer Aktivismus und Identitätsstiftung finden
primär im digitalen Raum statt. Das führt zu einer schnellen Mobilisierung (z. B.
Klimabewegungen), begünstigt aber auch digitale Filterblasen.
Sollen wir uns einen dieser Punkte noch genauer ansehen? Ich kann Ihnen beispielsweise zeigen, wie
Unternehmen konkret auf die Forderungen der Gen Z reagieren, oder wir beleuchten die
Finanzierungsdebatte der 13. AHV-Rente in der Schweiz genauer.
Auswirkungen auf die Renten- und Sozialsysteme: Der demografische Wandel 3 bedingt durch den
Geburtenknick nach den Babyboomern und die stark gestiegene Lebenserwartung 3 trifft die
Altersvorsorge beider Länder im Kern. Jetzt mal ehrlich: Lässt sich das volkswirtschaftlich langfristig
überhaupt noch bewältigen?
Ja, volkswirtschaftlich ist das langfristig bewältigbar 3 aber das herkömmliche System, wie wir es
seit Jahrzehnten kennen, bricht dabei unwiderruflich weg. Um die Systeme stabil zu halten,
verabschieden sich Politik und Wirtschaft in beiden Ländern von alten Komfortzonen.
Es gibt kein mathematisches Naturgesetz, das besagt, dass ein Land an Überalterung pleite gehen
muss. Die entscheidende Frage lautet: Wer bezahlt den Preis? Die Stellschrauben dafür sind längst in
Bewegung.
1. Das "Arbeitsleben" wird radikal verlängert
Das starre Rentenalter mit 65 oder 67 ist ein Auslaufmodell. Die Bewältigung erfolgt schlicht darüber,
dass die Menschen länger produktiv bleiben:
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In Deutschland: Der im September 2026 diskutierte Gesetzesentwurf zur grossen
Rentenreform markiert einen historischen Wendepunkt. Vorgesehen ist eine Koppelung des
Rentenalters an die Lebenserwartung ab dem Jahrgang 1968 (die sogenannte 2:1-Regel) sowie
das Auslaufen der beliebten abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren.
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In der Schweiz: Zwar sträubt sich die Politik aktuell noch gegen eine Erhöhung des
gesetzlichen Referenzalters über 65 Jahre hinaus. Die vom Bundesrat im Mai 2026 vorgelegte
Reform «AHV 2030» setzt stattdessen auf sanften Druck: Der Freibetrag für arbeitende
Rentner wird deutlich erhöht, die Grenze für den Rentenaufschub (bisher 70 Jahre) fällt
komplett und Frühpensionierungen in der 2. Säule werden drastisch erschwert.