HerkulesAufgaben - Flipbook - Page 66
Die Kontrastregion: Das südliche Afrika vertrocknet
Ganz anders sieht es im Süden des Kontinents aus. El Niño blockiert dort die feuchten Luftmassen des
Indischen Ozeans.
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Extreme Megadürre: Staaten wie Südafrika, Simbabwe, Sambia und Malawi erleben
parallel zu Europas Hitzewellen beispiellose Dürren und extreme Hitzewellen. Dort führt das
Wetterphänomen zu massiven Ernteausfällen beim Hauptnahrungsmittel Mais und bedroht die
Ernährungssicherheit von Millionen Menschen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Wasser, das in Europa und dem südlichen Afrika verdunstet
und fehlt, wird durch die globalen Windsysteme direkt nach Ostafrika transportiert und entlädt sich
dort in zerstörerischen Mengen.
Möchten Sie nun zu den prognostizierten Kipppunkten der europäischen Wasserversorgung
zurückkehren, oder interessiert Sie, wie internationale Hilfsorganisationen versuchen, auf diese
extreme afrikanische Zweiteilung zu reagieren?
Später bitte. Zuerst interessiert mich noch: Werden sich angesichts der klimatischen Verschiebungen
möglicherweise auch die Kornkammern verschieben, um die globale Ernährung sicherzustellen?
Bleibt die Welternährung ein globalisiertes System, in dem der Agrar-Grosshandel die Ernten verteilt?
Ja, die Kornkammern der Erde verschieben sich bereits massiv, und das globale
Ernährungssystem steht vor einer historisch beispiellosen Transformation. Die Kombination aus
dem Super-El-Niño und der langfristigen Erderwärmung zwingt die Landwirtschaft zu einer
geografischen Flucht nach Norden, während das bisherige System des globalisierten AgrarGrosshandels an seine logistischen und politischen Grenzen stösst.
1. Die Verschiebung der globalen Kornkammern
Die traditionellen landwirtschaftlichen Gunsträume (wie der Mittlere Westen der USA, Südeuropa
oder Teile Südamerikas) leiden zunehmend unter Hitzestress und Wassermangel. Die
landwirtschaftliche Produktion verlagert sich gezwungenermassen in zwei Richtungen:
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Die Gewinner des Nordens: Regionen wie Sibirien (Russland), Nordkanada und
Skandinavien verzeichnen durch längere frostfreie Perioden deutliche Zuwächse an
Ackerland. Weizen- und Sojaanbau wandern immer weiter nach Norden. Russland nutzt
diesen Effekt bereits strategisch, um seine Vormachtstellung als weltgrösster Weizenexporteur
auszubauen.
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Die vertikale Verschiebung (Indoor & Controlled): Da das Freiland unberechenbar wird,
verschiebt sich die Produktion hochwertiger Kalorien (wie Gemüse und Beeren) technologisch
in geschlossene Systeme 3 sogenanntes Vertical Farming und Hightech-Gewächshäuser in
Nord- und Mitteleuropa, die unabhängig vom Wetter operieren.
2. Bleibt die Welternährung ein globalisiertes System?
Das System bleibt globalisiert, aber es verändert seinen Charakter radikal: Weg vom freien
Markt, hin zu einem strategischen und geopolitischen Machtinstrument.
Der Agrar-Grosshandel (dominiert von den vier globalen Riesen ADM, Bunge, Cargill und Louis
Dreyfus, den sogenannten >ABCD-Konzernen