HerkulesAufgaben - Flipbook - Page 73
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Die Folge: Systemischer Ausfall der Trinkwasser- und Bewässerungssicherheit. Bereits heute
ist gemäss EU-Kommission jeder siebte Europäer dauerhaft von Wasserknappheit
betroffen.
3. Der Verlust der Boden-Schwammfunktion (Bodendürre)
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Der Kipppunkt: Wenn Böden durch Hitzeperioden und Monokulturen komplett austrocknen
und degradieren, verlieren sie ihre organische Bindungsfähigkeit. Folgt darauf Starkregen,
fliesst das Wasser oberflächlich ab, statt zu versickern.
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Die Folge: Trotz lokal heftiger Niederschläge füllen sich die Grundwasserspeicher nicht mehr
auf; Dürren verstetigen sich von selbst.
Die gegenwärtige Vorsorge: Strategien im Überblick
Die Politik hat erkannt, dass Wasser nicht länger als unendliche Selbstverständlichkeit behandelt
werden darf, sondern gesteuert werden muss. Die Vorsorge läuft auf drei politischen Ebenen:
1. Auf EU-Ebene: Die Europäische Wasserresilienzstrategie
Die EU hat die Wasserknappheit offiziell als Notfall eingestuft. Seit Juni 2025 ist die Europäische
Wasserresilienzstrategie in Kraft:]
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Effizienzsteigerung: Verbindliche Vorgabe, die Wasserverluste im Transportnetz und den
Verbrauch der Industrie bis 2030 um mindestens 10 Prozent zu senken (in einigen EUStaaten versickern bis zu 57 % des Wassers ungenutzt im Boden).
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Finanzieller Hebel: Ein Budget von über 15 Milliarden Euro (bereitgestellt von der EUKommission und der EIB für die Jahre 202532027) fliesst direkt in die Modernisierung von
Leitungsnetzen, smarte Digitalisierung und grenzüberschreitende Wassersicherheit.
2. In Deutschland: Die Nationale Wasserstrategie (NWS)
Deutschland setzt auf ein langfristiges Aktionsprogramm mit einem Zeithorizont bis 2050:
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Rechtliche Priorisierung: Es werden bundesweit einheitliche Leitlinien erarbeitet, wer im
extremen Krisenfall (Tag Null) zuerst Wasser erhält. Trinkwasser für die Bevölkerung hat
dabei absolute Priorität vor Landwirtschaft und Industrie.
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Smarte Infrastruktur: Aufbau des Niedrigwasserinformationssystems (NIWIS) zur
digitalisierten Frühwarnung sowie der Umbau von Städten nach dem SchwammstadtPrinzip, um Regenwasser gezielt vor Ort im Boden zu halten.
3. In der Schweiz: Die Wassermanagement-Strategie
Als direkt betroffenes "Wasserschloss" intensiviert die Schweiz ihre Massnahmen:
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Strategische Planung: Der Bundesrat arbeitet an einer umfassenden nationalen
Wassermanagement-Strategie, über die voraussichtlich Ende 2027 final entschieden wird.
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Regionale Pflichten: Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat im August 2026 den Kantonen
dringend empfohlen, eine gesetzliche Pflicht zur regionalen Wasserressourcenplanung
einzuführen. Kritische Gebiete müssen Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft,
Haushalten und Natur im Voraus verbindlich regeln.
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Echtzeit-Überwachung: Ab 2026 greift die Nationale Trockenheitsplattform des Bundes
vollflächig, um Kantonen und Gemeinden tagesaktuelle Frühwarnungen und hydrologische
Daten für rechtzeitige Entnahmeverbote bereitzustellen.