HerkulesAufgaben - Flipbook - Page 76
Ja, warum machen die Apps süchtig? Sie nehmen grosse Teile der Bevölkerung ja völlig in Beschlag,
lenken sie ab, absorbieren sie gar.
Dass Smartphones und soziale Medien grosse Teile der Bevölkerung regelrecht absorbieren, ist kein
Zufall, sondern das Ergebnis von hochpräzisem >Behavioral Design< (Verhaltensdesign). Plattformen
wie TikTok, Instagram oder YouTube nutzen Erkenntnisse der Verhaltenspsychologie und
Neurobiologie, um unsere biologischen Schwachstellen gezielt anzusprechen.
Die Apps machen im Wesentlichen durch folgende Mechanismen süchtig:
1. Das Dopamin-Belohnungssystem (Das Prinzip Spielautomat)
Unser Gehirn liebt Belohnungen. Wenn wir eine positive soziale Rückmeldung erhalten 3 wie ein
>Like
Gewinn
Jackpot< sein könnte. Das Gehirn schüttet dabei schon vor der Belohnung,
rein in der Erwartung, Dopamin aus.
2. Der unendliche Feed (Ausschalten der Stopp-Signale)
Früher gab es im Alltag natürliche Barrieren: Eine Zeitung war zu Ende gelesen, eine Fernsehsendung
war vorbei. Soziale Medien haben diese Stopp-Signale bewusst eliminiert:
÷
Infinite Scroll (Unendliches Scrollen): Der Feed hört niemals auf. Es gibt keine natürliche
Pause, die uns signalisiert: >Es reicht für heute.
Doomscrolling
XY hat ein Foto gepostet
Du wurdest markiert
Storys< (die nach 24 Stunden gelöscht werden) oder
>Snapstreaks< (Flammen bei Snapchat, die man durch tägliches Schreiben aufrechterhalten
muss) erzeugen künstliche Dringlichkeit. Wer nicht ständig online ist, verpasst den Anschluss.